20. November 1991 - Nochmal zur Nordküste
In meiner Unterkunft gab es an diesem Morgen kein Wasser mehr,
weder im Bad noch in der Küche. In den Gedärmen der Installation
war es still. Später entdeckte ich in einer Ecke unten am Haus einen
Kran, der verschlossen war. Den hatte wahrscheinlich der große
Dicke zugedreht. Ich öffnete den Kran von nun an immer, wenn ich
Wasser brauchte.
Meine Vorräte an Lebensmitteln waren inzwischen aufgebraucht. In
der Kochnische bekämpfe ich kleine Ameisen mit Autan, das ich in
deren Höhleneingang schmierte. Über Nacht hatten sie ein ansehnliches Loch
in eine Banane gebissen.
Vormittags bin ich wieder zur Nordküste gewandert. Um neun Uhr los, 1 1/2
Std. unterwegs. An den Strand der kleinen Bucht waren inzwischen ein paar
Fußspuren zu entdecken. Bin dann wieder zurückgewandert, habe gelesen, eine
Cola getrunken und ausführlich geschwommen.
Abends im Esplanada aß ich mit den Düsseldorfern zusammen. Später saßen
wir noch eine Weile vor ihrem Bungalow, tranken Bier und schauten in den
protzigen Mond. In dieser Nacht war wahrscheinlich die Vollmondnacht des
Monats. Er sah geradezu postkartenidyllisch aus, so über dem Meer zwischen
den Palmenzweigen hindurch.
(c) Klaus Dieter Schley 2005 - 2010